Der letzte Mensch mit Rückrad verlässt die Bühne

Verfasst 2010/06/01 von valmontsdiary
Kategorien: Politics

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Aus aktuellem Anlass von Horst Köhlers Rücktritt und bezugnehmend auf den Artikel von Hans Vorländer vom Handelsblatt

Der Rücktritt von Horst Köhler hat mich – wohl wie viele Menschen – geschockt. Es ist ein Schock der Ratlosigkeit und Betroffenheit. Noch viel mehr geschockt und zutiefst enttäuscht bin ich von den Reaktionen aus Politik, Gesellschaft und Medien, die kein gutes Haar an Horst Köhler lassen.

Während meiner Recherche im Netz habe ich unter all den mit Vorwürfen verseuchten Artikeln und Kommentaren auch einen Beitrag von Hans Vorländer (TU Dresden) gelesen, der in Köhlers Rücktritt die wahre Stärke eines Mannes sieht, der wie kein anderer auf die Probleme in unserem Land immer wieder hingewiesen und Konsequenzen gefordert hat. Dieser Artikel spricht mir aus dem Herzen.

Dazu möchte ich folgendes ergänzen:

Horst Köhler war und ist authentisch, eloquent, freundlich, immer bürgernah, menschlich eine Ausnahme unter den ganzen machtbesessenen Menschen in der Politik, die das Haar in der Suppe suchen, indem sie andere versuchen zu demontieren, um sich selbst zu profilieren und ins rechte Licht zu rücken. Diese Spielchen von Politikern und Journalisten haben leider immer noch die wenigstens durchschaut, wenn man sich viele Kommentare im Internet anschaut.

Ich sage: „Wer von diesen Menschen ohne Sünde ist, möge den ersten Stein werfen.“

Köhler war ehrlich, das ist ihm zum Verhängnis geworden. Eine ehrliche Meinung ist in diesem Staat nicht gefragt, sondern Heuchelei, Duckmäusertum und Kritik um ihrer selbst Willen. Es ist eine Schande für Deutschland, dass ein solcher Bundespräsident wie Horst Köhler tatsächlich so lange mit aller Macht beschimpft wird, bis er freiwillig, enttäuscht und zutiefst gekränkt sein Amt niederlegt. Soweit ist es in Deutschland gekommen und das zeigt, dass weder Medien noch Politik noch einen Funken Respekt vor diesem Amt haben. Es geht nicht um die Diskussion als solche, auch wenn sie in Anbetracht dessen, dass er das ausgesprochen hat, was ohnehin alle wissen und doch immer wieder die selben leugnen, lächerlich erscheint. Es geht darum wie diese Diskussion über sein Interview geführt wurde und dies zeugt von dem Verlust jeglichen Respekts gegenüber der Person Horst Köhler und seines Amtes; zumal er sich nichts hat zu Schulden kommen lassen.

Ich frage: „Was muss, was kann ein Bundespräsident heute leisten, um es all den Nörglern, Besserwissern und Staatshörigen recht zu machen?“

Horst Köhler gehört nicht nur zur wirtschaftlichen Elite, der nicht davor zurückschreckte, die Verantwortlichen der Krise an die Kandare zu nehmen und zu mehr Verantwortungsbewusstsein aufzurufen, was man bei vielen Politikern und Medienfuzzis bislang vergeblich gesucht hat,  sondern auch zu jenen Menschen, die mit großem Herzblut ihrem Amt nachgehen, was gleichermaßen für seine sympathische Frau galt und gilt. Es ist einfach schier unerträglich wie jetzt alle über diesen netten, kompetenten Menschen – einer der wenigen, der letzten, die noch Standhaftigkeit besitzen –  wie eine wildgewordene Geierschar herfallen, in der Hoffnung, der Rest der Republik würde an ihren dreckbehafteten Lippen kleben, wenn sie versuchen Köhlers Integrität und Reputation mit einer Hetzkampagne zu beschmutzen. An diesem Menschen, Horst Köhler, sollten sich alle und insbesondere diese ganze Meute, die jetzt aufschreit, ein Vorbild nehmen. Sowohl Politiker als auch Journalisten haben bereits großen Schaden mit ihrem Handeln und ihrer Berichterstattung angerichtet! Viele davon haben keine weiße Weste mehr, sie haben Schuld auf sich geladen und das wissen sie auch. Damit meine ich nicht nur die Krise, sondern das immer unerträglicher werdende Verhalten der ganzen letzten fünfzehn Jahre. Politik- und Medienverdrossenheit kommen nicht von alleine.
Natürlich: Man kann, darf und sollte alles kritisch hinterfragen – konstruktive Kritik üben. Aber in diesem Fall war das Maß einfach voll gewesen und der Rücktritt vollkommen nachvollziehbar.

Das Fazit dieser Tragödie: „In Deutschland ist kein Bundespräsident mit eigener Meinung gefragt.“

Egal, wie viele billige, falsche Anschuldigungen von Medien, Journalismus und Gesellschaft auf Köhler zielen. Sie werden ihn niemals treffen, denn Köhler steht über all diesen Pharisäern. Heuchler und Opportunisten, die in ihrer Missgunst, Selbstverliebtheit, ihrer Blindheit, ihren ganzen Fehlern und ihrer eigenen Unfähigkeit niemals den Beliebtheitsgrad, die Charakterstärke und Authentizität eines Horst Köhlers erreichen werden.

Damit zeigen diese Menschen nur ihr wahres Ich. All das, was sie jetzt gegen Köhler richten, fällt auf sie und nur auf sie zurück, sie entlarven sich selbst.

Doch  egal was passiert: Köhler wird in den Herzen der Menschen bleiben. Ein Platz, den die Beschuldiger – die wahren Schuldigen – niemals einnehmen werden.

 Hochachtung vor einem tollen Bundespräsidenten und seiner Leistung für Deutschland.

A Ryan Leslie eXperience

Verfasst 2010/02/21 von valmontsdiary
Kategorien: Culture, Musik

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Ryan Leslie poster - Feb 2010 Concert@Juby Q

Do you wanna hear an incredible story?

I had an amazing weekend and I wanna share it with the world because I’m so happy.

I attended the Ryan Leslie concert on Friday, 19th Feb at the Juby Q club in Frechen, near Cologne.

When I arrived at 10:00 pm midnight there already was a big crowd standing in front of the club. It was a damn cold night and many of the women who were standing in line were jittering because most of them were weared nothing more than an air of clothes, highheels without tights and very short skirt. It took me more than one hour to get closer to the club so that I finally was able to see the open door of this building. At this moment I knew, I’ve never been that close to Ryan Leslie so far. Yes, I say „so far“ because this was just the beginning of an incredible, passionable night with Ryan Leslie I won’t forget in my life.

I entered the club and while I watched the crowd dancing had some drinks. Asking some people about the beginning of the concert several people answered it would start at 1:00 midnight. —— I looked down to my watch. It was 1:15 and I had taken notice that the room in which I stood had become very empty over the last half hour. I really wondered and asked myself „Where are all these people? Where have they gone?“. Then I realized that I was probably standing in the wrong hall of the club because the Juby Q has several rooms where people can listen to different music styles. I suddenly ran like lightning to a spot and then I saw the big crowd standing in a different hall. I heard Cassie’s voice, yes Cassie!! I had no chance of getting closer to the stage, masses of people around me everywhere, trying to catch a look at what was going on on the stage. We waited for 10 minutes, I still heard Cassie’s voice but apparently she wasn’t there singing, instead it was just recorded music bumping into my ears. Next some guy on the stage was screaming „You wanna see Ryan Leslie?!! Make SUM noise for RYAN LESLIE!!!“. I still wasn’t able to see the whole stage as I stood near it but at the left side of it. „OK, we need 5 more minutes!“ was the next sentence I heard and everyone was screaming „BUUUUUUHHH!“ because people finally wanted to see him. The atmosphere was so heated up. I tried to get closer to the stage but it wasn’t possible at all, I had not even space to move. THEN FINALLY they pulled the curtain aside and his band was playing, hard beats turned out of the boxes, drums, acustic guitar, all. HA, and then BAM! – Ryan Leslie jumped on the stage! Moving like Michael Jackson, spinning, turning his head up and down, gestures like a crazy passionate genius IT WAS HIM turning this place into a circus with his rockband, making it an unbelievable night for everyone. He said „GERMANY, YOU’RE THE BEST AUDIENCE IN THE WORLD!!!“ and then he bowed down, sinking down his head – the crowd was screaming and applauding like hell! Moving all the time he played „how it was supposed to be“, „quicksand“, „valentine“, „diamond girl“, „Gibberish“ (with warped voice effect)!!, „you’re not my girl“, „Something That I Like“, „Zodiac“ and „I Choose You“. Before he started singing a song he told us a story about it. It sounded really personal and emotional and I had a feeling of him: the feeling that he really loves being in Cologne, enjoys his audience as much as we enjoyed his insane performance. His statements were authentic like he and his personality is. Crowd screaming, me in between, getting closer to the stage as some people left the room because they apparently couldn’t handle the whole squeezing in the middle. This was my opportunity and I took my chance. 3 meters in front of Ryan Leslie I was one of the people who were screaming as much and as loud as I could. He came to my side of the stage. „THANK YOU!! THANK YOU!“

He reached out his hand to the crowd. I catched his hand and WE SHAKED HANDS FOR 6 SECONDS !!! omg it was awesome! I was one of the last people who attended this concert hall, behind everyone, and now I was as close to Ryan Leslie as one can probably be if you’re not one of his personal friends. Senseless to say that this was the most emotional moment of the whole concert for me and not only of the concert. Was just me and Ryan for 6 seconds and I felt like we really would be friends eventhough we don’t know each others and eventhough I was just only one of many. But I WAS THE ONLY ONE WHO REACHED HIS HAND FOR SO LONG, THE ONLY ONE WHO SHAKED HIS HAND! Ryan, you’re my true inspiration, my favourite singer, producer and my favourite personality because what he does comes deep from the heart, everything he does is as passionate as it can be. Musical Genius, unbelievable amazing performer, even one from NYC in one of Ryan’s videos said „he’s the next Michael Jackson“. What else to say. Watch him here, or here or here, let the spirit evolve, let his music conquer the world. TURN ON YOUR MUSIC SPEAKERS and LISTEN TO WONDERFUL MUSIC!

Won’t ever forget this great concert with you: a RLes eXperience
My deepest respect, Much love and God bless you, Ryan Leslie

You can’t put him in a box – it’s impossible!

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Snapshot of Ryan Leslie at concert near Cologne, Germany 19thFeb2010

Short video I made – not the best quality but it shows Ryan in action rocking the crowd ;-)

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More Videos

The beginning of a wonderful night – Ryan singing „You’re not my girl“ :

My Shake-Hand with Ryan at 1:37-1:50 (right side of the stage). Too bad you can’t see me from there – he reached out his hand down to the crowd:

Addiction“ — Ryan saying: „When I first started out in 2004, coming to germany, people say I would never make it as a artist, they told me I should just stick to be a producer, you know what I told em? I told em I got so much love in germany I’LL BE AN ARTIST JUST FOR GERMANY!!!!!!!!!1

Longer Version of „Addiction„:

I think she got something I liiiiiiiiiike <3 :

She’s gonna be my WHAT? My WHAAT? My WHAAAAAAAT? My Diamond girl !!!

bonnton said: „What A Fancy Night That Was. It Is Great To See And Witness How Much Ryan Is Feeling His Own Music. Much Appreciation And Love To You Ryan! „

Check out Ryan R-O-C-K-I-N-G- „How it was supposed to be“ – especially check out at 3:30 – Ryan jumping and dancing like crazy – awesome moment! :

Ryan says some words about his concert at the Juby Q – check it out:

New song „I Choose You“ from his latest album „Transition“ – enjoy:

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Big credits to these people for uploading such great videos:

RnbFlavaDotComTV

funkadelik97

MrKanic

guapo51

prodmr

Die besten Bücher zum Thema Social Web, PR 2.0 und New Marketing

Verfasst 2010/02/02 von valmontsdiary
Kategorien: Internet, Online-Marketing, Web 2.0

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Auf edelight habe ich mal eine Zusammenstellung der für mich besten Bücher zum Thema Social Web, PR 2.0 und New Marketing erstellt. Diese kleine Schatzkiste kann ich jedem ans Herz legen, der sich für Kommunikation+Internet sowie die Kommunikation zwischen Unternehmen und Kunden über das Social Web interessiert – inklusive neuer Marketing-Strategien und -Philosophien. Die Bücher sind alle auf Englisch und stammen von amerikanischen Autoren, da in den USA die Vorreiter auf diesen Gebieten zu finden sind. Mittlerweile gibt es auch gute deutschsprachige Lektüre zu diesem Themenspektrum; durch diese Literatur wühle ich mich dann demnächst.

Egal ob deutsche oder englische: Welche Bücher finden Sie, liebe Leser, empfehlenswert?

HIER klicken!

Social Media Revolution

Verfasst 2010/01/16 von valmontsdiary
Kategorien: Main, Web 2.0

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Is Social Media a fad or a revolution? Watch this great video and you’ll be impressed by the outstanding number of people who use Social Media day by day. Awesome!

Details and source data can be found at: socialnomics.com

Coolest Hero of All Time

Verfasst 2009/12/19 von valmontsdiary
Kategorien: Culture

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I didn’t post here for some months because I was very busy. But now I am back. I recently watched some awesome movie classics which everyone should have seen once in his life.

I start with „The Good, the bad and the Ugly“ from 1966.

This movie is a MUST SEE as the whole trilogy is.

The man with no name:
Clint Eastwood

The Good, the Bad and the Ugly

If you wanna have a real movie experience watch out for cinemas who play the „Dollars Trilogy“. You should also check out the „America-Trilogie“ of Sergio Leone.

This movie is known being one (if not THE) the best Western ever made – also the most popular Western in the world. I should also name „Once Upon a Time in the West“ (epic!) and „High Noon“ (real time!) since these are all legendary.

It ranks 4th place being one of the best movies ever made in the Internet Movie Database:

Besides: Director Quentin Tarantino calls „The Good, the Bad and the Ugly“ his favourite movie.

Enjoy!

Poll of the month: Are you a transparent corporation?

Verfasst 2009/10/13 von valmontsdiary
Kategorien: Internet, Online-Marketing, Web 2.0

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poll

English

Not surprisingly some companies are able to cope with the new shiny Social Web, others aren’t. Some have understand how to use the advantages of a world where customers are able to tell millions of other people their opinion others still want to be in controle of every aspect concerning the company. Yes, that’s no news. But I recently asked myself a simple question and now I’m curious to see what you think about it.

„What do you think about making conversations (twitter,blog,comments)about your company/brand/products transparent on the/your corporate website?“

I would really appreciate if you’d take a second and answer this question right here –> Poll at Twtpoll

Thanks a lot!!
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Me on Twitter: Valmont4L
Me on Friendfeed: Valmont4L

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German

Ich habe bereits auf Twitter diese Frage gestellt, möchte aber an dieser Stelle noch mal auf meine derzeitige Umfrage mit ein paar vorgegebenen Antworten verweisen:

„Was halten Sie davon, Konversationen (wie Twitter, Blog, Kommentare jeglicher Art) über das eigene Unternehmen/Marke/Produkte auf der/Ihrer Corporate Website transparent für jedermann zu machen?“

Ich würde mich sehr freuen, wenn jeder, der darauf aufmerksam wird, auf diese Frage hier kurz eingeht –> Umfrage bei Twtpoll

Vielen Dank!!
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Twitter: Valmont4L
Friendfeed: Valmont4L

Sundays Favorites: Cool Stuff on the Net – 11.10.2009

Verfasst 2009/10/11 von valmontsdiary
Kategorien: Internet, Main, Online-Marketing, Web 2.0

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fav2

Da die Anzahl meiner Lesezeichen/Favoriten/Bookmarks (derzeitiger Stand 7596) in der letzten Zeit derart rasant angestiegen ist, dass es sich lohnt, davon mal eine kleine Menge vorzustellen, hier meine Top-Links der letzten zwei Wochen. Diese sind mir teils durch freies Rumsurfen, teils durch Recherchearbeiten aufgefallen. Insgesamt gibt es keinen thematischen Schwerpunkt. Die Sachen, die sich zusammenfassen ließen, habe ich nach Kategorien sortiert. Eine derartige Liste mit hilfreichen, nützlichen und interessanten Adressen werde ich auch zukünftig unter dem Stichwort „Sundays Favorites“ herausgeben. Also to be continued…

Business

The 100 Most Creative People In Business
Dabei handelt es sich wie der Titel schon sagt, um eine Zusammenstellung der 100 kreativsten Menschen, überwiegend aus den USA. Die Fakten, die man zu jeder Person im Zusammenspiel mit Bildern und Videos bekannt, machen die Seite richtig gut. Hier sind vor allem viele Menschen bei, die nur wenigen bekannt sein dürften.
Fazit: Zum Schmöckern und kennenlernen von kreativen Menschen und Unternehmen in jedem Fall mehr als ein Blick wert.
http://www.fastcompany.com

Taking your Site from One to One Million Users by Kevin Rose
Gut, der Name Kevin Rose ist dem netzaffinen Menschen sicher durch Digg ein Begriff, fallls nicht (kurze Erläuterung zum Hintergrund im Video): Hier gibt er in einem guten Vortrag Einblicke ins Internet-Marketing und erklärt, wie man hohes Wachstum der eigenen Seite, des eigenen Unternehmens oder auch beim Self-Branding generieren kann. Den Titel würde ich dabei nicht wörtlich nehmen, auch wenn Rose mit Digg bislang sehr erfolgreich ist. Fazit: Sehenswert
http://vimeo.com/6905398

Web- und Mobile-Dienste

Conversational Search Engine
Wer wissen will, welche Gespräche im Netz geführt werden, steht heutzutage vor einer Vielzahl an Auswahlmöglichkeiten was Services angeht. Backtype gehört dazu. Hier werden einem alle Gespräche angezeigt, die sich auf einen bestimmten Artikel/Post oder eben Begriff beziehen.
Fazit: Auch wenn Funktionen wie „Trends“ noch nicht funktionieren, handelt es sich um einen brauchbaren Dienst, den man zukünftig im Auge behalten sollte.
http://www.backtype.com

Tweets you will love!
Wer schon immer mal wissen wollte, welche Tweets zu den beliebtesten gehören, sollte sich mal Favstar anschauen. Der neue Dienst von Robert Scoble und Marshall Kirpatrick regt zum Stöbern durch die zig Millionen Twitterposts an, die auf großen Gefallen in der Community stoßen. Einige Sprüche sind wirklich zum Schmunzeln. Fazit: Lustige Spielerei – mehr möchte ich da erst mal nicht hineininterpretieren.
http://favstar.fm/

Grafikdesign auf dem iPhone
Es war wohl nur eine Frage der Zeit bis auch das auf dem iPhone Realität werden würde. Jetzt ist es tatsächlich vollbracht: mit der neuen Photoshop-Applikation lassen sich Bilder vom Handy oder aus dem Photoshop.com Account auf die Schnelle mit intuitiven Finger-Gestiken bearbeiten. Das Programm ist ab sofort erhältlich und kostenlos. Hinweis: Adobes Photoshop.com Dienst hat eine 2GB Grenze, die man gegen einen mir unbekannten Jahresbetrag erweitern kann. Fazit: noch nicht selbst getestet, aber alles, was ich dazu bereits im Web gesehen habe, sieht sehr vielversprechend aus.
http://itunes.apple.com/WebObjects/MZStore.woa/wa/viewSoftware?id=331975235&mt=8

Fast n fun Screen Capture n Image Sharing
Auch wenn ich selbst keinen Mac besitze und daher auch noch nichts testen konnte, möchte ich auf jenes All-In-One-Programm hinweisen, das Screenshot, Bildbearbeitung und das teilen der Bilder mit anderen möglich macht. Es sieht leicht zu bedienen aus, hat eine schöne Optik und macht „Sharing“ mit anderen insgesamt benutzerfreundlicher. Man kann vor allem die bearbeiteten Bilder in der Bibliothek von Skitch abspeichern und findet sie so immer wieder. Klingt echt praktisch. Nur schade, dass es keine Version für Windows gibt. Auch bei den Nutzern scheint die vorläufige Beta mit fast 1000 Digg-Punkten sehr beliebt.
Wenn man den Worten eines Kommentators trauen darf, hier das vorläufige (da noch Beta) Fazit:

Skitch is amazing. Great UI. Easy to use. I am a web designer and use it for sketching out website revisions, critiquing prototypes, basic screenshots, and pretty much everything! :)

http://skitch.com

TIPP!

Wer derartige, inhaltlich komprimierte Zusammenfassungen liebt und über Marktneuigkeiten bezüglich Social Networks auf dem Laufenden gehalten werden möchte, dem sei an dieser Stelle „Weekly Digest of the Social Networking Space“ des Web-Strategen und Mitarbeiters von Forrester Research Jeremiah Owyang sehr empfohlen.

23 Finally Enters Hall Of Fame

Verfasst 2009/09/16 von valmontsdiary
Kategorien: Sports

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On the occasion of Michael Jordan’s induction into the Basketball Hall of Fame and his speeches on Friday, September 11, 2009 at Symphony hall, I wanna say some words.

I always loved basketball. But when Michael Jordan entered the court something undoubtedly changed. I remember me and my dad sitting down in front of the tv, staring at this unbelievable man and the Chicago Bulls. I remember taking two huge posters of you with a picture frame up the wall – lights around the shining star. Important and exciting moments I will never forget in my life.

I wanna thank Michael Jordan for taking great delight with his brilliant, legendary accomplishments and performances. For giving so many people, especially me, so much joy. For taking basketball to the next level and making this sport popular than ever.

You have always been a shining example for me in every way. You never give up. You always tried to accomplish higher goals and you still do. You’re born to win and to change the game. You’re an ambitious, fair, cordial and down-to-earth person. You inspired my life and I always looked up to you. I still do.

Sometimes I wished I could roll back the years. The times when you ruled basketball, when you entered not only the court but the hearts of several generations, millions of human beings on planet earth. But then I just sit back, relax and watch all videos of the Chicago Bulls which I recorded during this wonderful time.

„Legends may sleep, but they never die.“

You are a real legend.

God bless you and your family.

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Michael Jordan 23 #1 4ever
Dream it. Do it. Be legendary.

In remembrance of the world’s greatest basketball player that ever lived. We await your comeback! =)

Duell der Feiglinge: Irrelevanz als Quotenbringer

Verfasst 2009/09/14 von valmontsdiary
Kategorien: Politics

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Zwei, die sich gefunden haben: Merkel und Steinmeier

Zwei, die sich gefunden haben: Merkel und Steinmeier - (Bildquellen: א (Aleph), http://commons.wikimedia.org); dpa)

Duell. Definition:

„Ein Duell (lat.: duellum) ist ein freiwilliger Zweikampf mit gleichen, potenziell tödlichen Waffen, der von den Kontrahenten vereinbart wird, um eine Ehrenstreitigkeit auszutragen. Das Duell unterliegt traditionell festgelegten Regeln. Duelle sind heute in den meisten Ländern verboten.“ – Quelle: Wikipedia

Das klingt nach Gefahr. Nach Heroik. Und nach dem Einstehen für etwas, von dem man persönlich überzeugt ist. Was als Topos in Western oft genug herhalten musste, wurde heute Abend nun endgültig ad absurdum geführt. Die Rede ist vom TV-“Duell“ zwischen Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier. Was einen dabei erwartete, war nichts von alledem. Im Gegenteil – es war größtenteils unerträglich und wenn wir ehrlich sind, nicht mal überraschend.

Angela vs. & Frank
Zu sehen war die seltsam anmutende (Pseudo-)Harmonie zweier Personen, die doch eigentlich Kontrahenten sein sollten. Man gab sich gegenseitig artig recht und stimmte sich zu. „Da muss ich Herrn Steinmeier Recht geben.“ Natürlich! Was auch sonst. Man arbeitete die Gemeinsamkeiten fein heraus und übte sich in Kompromissbereitschaft. (Hatte man das in der Großen Koalition über Jahre gelernt?) Eine Tugend, die Männer (laut Bunte-Chefredakteurin) übrigens weniger an den Tag legen als Frauen. Herr Steinmeier: Das haben Sie fabelhaft gemacht! Und überhaupt: Endlich ist Schluss mit diesem ewigen Aufeinandereindreschen, diesen sinnlosen, egoistischen Verbalattacken nur um sich vom anderen abzusetzen, um Inhalte zu streiten und Schwächen des anderen zu offenbaren! Dieser Meinung war jedenfalls ein Zuschauer in Berlin, der sich das atemberaubende Schauspiel in einer Kneipe nicht entgehen lassen wollte und am Ende kurz und knapp erklärte, er sei so froh, dass endlich (!) einmal (!) nicht rumgestritten wurde. Jawoll!

ZDF – Mittendrin statt nur dabei
Endlich konnte ich zum ersten Mal live miterleben, wie zwei Personen sich in ihren einstudierten Rollen, auswendig gelernten Floskeln und ihrem monotonen Geschwätz gefielen. UND ICH WAR MITTENDRIN! Hatten wir diesem wichtigsten Ereignis des Wahlkampfs nicht alle seit Jahresbeginn wie seinerzeit der WM 2006 entgegengefiebert? Waren wir nicht alle unglaublich überrascht, dass dieses Duell bei solch emotionalen Charakteren in dieser Einigkeit stattfinden würde? Wo wir doch sonst eine kampfeslustige Angela und einen herausfordernden, zähnefletschenden Frank-Walter sahen?

Zu den sehr klaren Aussagen Worten der Kontrahenten Feiglinge, die versuchten jede Klippe zu umschiffen und sich Fragen wie üblich von hinten über drei Ecken distanziert zu nähern ohne sich tatsächlich in irgendeiner Weise festzulegen, gesellten sich so faszinierende und qualifizierte Fragen der anwesenden Journalisten wie „Dutzen Sie beide sich eigentlich?“ (Zitat Peter Kloeppel). Das hatte sich schließlich jeder in Deutschland seit jeher gefragt, und nun können wir auch nachts wieder ruhig schlafen. Gott sei Dank!

Es gab nur eine Frage, die alle noch brennender interessierte: „Wie kommen wir aus der Krise wieder heraus?“ (Abgesehen davon, dass ich bei dem Wort Krise mittlerweile selbst eine Krise bekomme.) Darauf hatten die zwei Gestalten zwar keine direkte Antwort parat – so wie eigentlich immer-, dafür verbreitete man reichlich Hoffnung und Zuversicht, dass es bald wieder aufwärts gehen werde … schon in ein paar Jahren. (Am Übergang feilen wir noch). Überhaupt schien es, als wenn mit dem Wort Krise nur die Probleme der Wirtschafts- und Finanzelite umschrieben wurden, anstatt bürgernah auf Probleme einzugehen, die die meisten Menschen direkt betreffen (abgesehen vom nicht endenden Drama bei Opel, der Ewig-Diskussion Atomausstieg und dem ausgelutschten Thema Mindestlohn). Man kratzte also schön weiter an der Oberfläche, da die Fragen der Journalisten ohnehin nicht auf Tiefgang zielten, und entfernte sich mit dem Thema Afghanistan noch mehr von Lösungen für die Sorgen und Nöte der Bundesbürger. Gut, dass sich Deutschland um alles kümmert, nur nicht um sich selbst. Das Thema Bildung ließ man gleich ganz außen vor. Damit entfielen zumindest in diesem Sektor die leeren Versprechungen, die sonst von Politikern bei keiner Rede ausgelassen werden. Vielleicht wollte man dieses Desaster den zwei glanzlosen Verbal-Robotern mit ihrer meditativen Ausstrahlung ersparen. Irgendwann übertrug sich diese Wirkung beider Personen ungewollt auch auf mich. Ich spürte, wie mein Blick vom Fernseher langsam Richtung Boden schweifte und das eintönige Gesäusel, mit dem die Duellanten die Massen quälten, mich langsam aber sicher einschläferte…..  aber immerhin:

Ich war dabei.

Fazit:

Eine TV-Narkose par excellence, die man auch gut als Mittel zum einschlafen hätte verkaufen können. Eine Kombination aus Monotonie, Langweiligkeit, Irrelevanz, Einfallslosigkeit, Streitunlust, Diskussionsverweigerung und fehlendem Charisma.

Mit Sicherheit: to be continued…

Internet-Manifest und was davon übrig bleibt

Verfasst 2009/09/10 von valmontsdiary
Kategorien: Internet, Journalismus

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Nachfolgend meinem leicht überspitzten Satire-Beitrag, den einige Menschen offenbar nicht richtig verstanden haben (s. Kommentare), hier nun zwei Kommentare (Antithesen) zum Internet-Manifest, die ich in der Indiskretion Ehrensache veröffentlicht habe und hier nochmals als Blog-Post aufliste. Ursprünglich wurden die Kommentare hier abgegeben.

Nichts für ungut…

…aber nach all dem Lob für das Internet-Manifest, das einige Damen und Herren des Webs vor ein paar Tagen zusammengeschustert haben, muss hier auch mal folgendes dazu gesagt werden:

1. Es ist kein Manifest. Das ist leider Fakt, daher bitte auch nicht so nennen. Sollte man eigentlich wissen, wenn man selber Journalist ist. Ergo: 15 Menschen, die geschlafen haben.

2. Alter Wein in neuen Schläuchen: Kennen wir alles, sollte mittlerweile jeder wissen, wenn nicht, Pech gehabt: ergo eine reine Zusammenfassung und Ansammlung von mehr oder weniger geteilten Meinungen zum Thema Journalismus und Internet. Ziel? Diskussion anstoßen oder doch nur Aufmerksamkeit erheischen und sich über Twitter-Post aus USA freuen? Fazit: Wo ist das Neue? Wo sind die neuen Ansätze? Was ist so revolutionär daran, dass Lob gerechtfertigt wäre?

3. Was mich persönlich stört: Anstatt eine Diskussion zu entfachen, bevor man diesen Text verfasst, setzen sich ein paar mehr oder weniger professionelle Autoren hin und schustern einen halbfertigen Text zusammen in der Hoffnung Gehör zu finden. Wo ist der Gemeinschafts-Gedanke, die Reflexion in der Community? Immerhin wird jetzt daran im Wiki rumgebastelt. Das hätte ich mir vorher gewünscht. Dann wären auch die offenen Fragen (Punkt 3), die diese Aktion hinterlässt, gar nicht erst aufgekommen.

4. Viele offene Fragen: Es wird auf der Seite weder ersichtlich, warum der Text geschrieben wurde, für wen, was die Ziele und Absichten sind, die damit verfolgt werden, wie und wodurch sind diese Punkte umzusetzen usw. usw.

5. Wo ist die Qualität?: Im Text geht es u.a. um „Qualitätsjournalismus“. Es wäre schön gewesen, wenn auch beim Verfassen des Textes die „Qualität“ im Vordergrund gestanden hätte. Dafür, dass an diesem Text Menschen mit einer Journalismus-Ausbildung mitgearbeitet haben, ist der Text ziemlich dürftig ausgefallen. Hier soll es ja nicht um eine Ansammlung von subjektiven Meinungen gehen, sondern darum, eine möglichst objektive, dem überwiegenden Konsens entsprechende Sichtweise auf das Verhältnis von Journalismus und Internet und die damit zusammenhängenden Fragen zu liefern. Solch ein Text würden in der Uni mit mangelhaft durchgehen, denn er ist: zu beschreibend, wissenschaftlich unfundiert, hat keine Quellen, ist teils normativ statt deskribtiv, ist undifferenziert, enthält keine bis wenig Argumente, subjektiv formuliert („verbessern“, statt „verändern“ – ), Grammatik und Semantik partiell falsch, es gibt keine Einleitung, durch welche man erahnen könnte, wozu das alles geschrieben wurde und mit welchem Ziel, der Text ist insgesamt zu wenig durchdacht und hat zu viele Lücken.
Gut, kann man ändern. Trotzdem.

6. moekje schrieb: „die 13 Herren und zwei(!) Damen finde ich erstens in ihrer soziographischen Zusammenstellung unpassend, um ein Manifest zu veröffentlichen. Und zweitens hat sich der eine oder andere schon lange zu sehr inhaltlich ins Aus geschossen, um ein ernstzunehmendes Manifest zu veröffentlichen.“ Kann ich so unterschreiben.

Und die Frage des Sommerlochs will ich gar nicht erst stellen…

Nachtrag 1:

Da von denjenigen, die voll des Lobes für dieses Manifest sind, immer wieder angeführt wird, man sei in irgendeiner Form neidisch auf jene Verfasser oder deren Manifest, möchte ich dazu folgendes klarstellen:


Punkt 1.
Wenn man Kritik äußert, hat das mit Verlaub nicht immer etwas mit Neid zu tun – auch wenn ich damit das Weltbild einiger Menschen zerstöre. Die Kritik, die geäußert wurde, ist berechtigt. Es muss erlaubt sein, Kritik zu äußern, ohne, dass gleich ein Sturm der Entbrüstung loszieht oder Menschen in ihrer Klischeemottenkiste wühlen. Es bleiben außerdem viele Fragen offen. Leider wird darauf von niemandem, der diesen Text so heftig verteidigt, irgendwo eingegangen. Warum nicht? Schade. Damit wird die Chance auf eine ernst gemeinte Auseinandersetzung mit diesem Thema vergeben. Ich dachte eigentlich darum sollte es allen gehen. Der Text hat immerhin gute Ansätze, aber es ist nicht mehr als eine Zusammenfassung von all dem, was schon lange vorher bekannt war. *gähn* Das ist also nichts Revolutionäres, sondern romantisches, thesenhaftiges „Geschwafel“ gespickt mit einigen Unwahrheiten. Gewiss, über Inhalt, Ansatz und Ziel kann man wie über alles streiten; aber ich sage trotzdem meine Meinung, auch wenn die nicht jeder teilen will/muss.
Im Übrigen: Echte Argumente FÜR diesen Text habe ich bislang noch keine gelesen. Stattdessen wird unaufhörlich das leere Stroh gedroschen, Floskeln werden nachgeplappert („das stand aber so im Manifest“) und andere kritisiert, dass sie keine Argumente hätten, um von sich selber abzulenken. Bisschen einfach oder?


Punkt 2.
Personen wurden nirgendwo beleidigt und das ist auch (grundsätzlich) gar nicht meine Absicht und meine Art. Dafür wurden allerdings die ganze Aktion und der Text hinterfragt. Ich denke, dass sollte erlaubt sein.


Fazit:
Die Diskussion setzt nun mal eine gewisse Kritikfähigkeit voraus. Anstatt das Kritik als eine positive Chance gesehen wird, Dinge besser zu machen, daraus zu lernen und einigen Menschen mal die Augen zu öffnen (Dankbarkeit?), wird mal wieder nur gelobhudelt ohne vorher mal zu reflektieren. Die Menschen glauben das, was sie glauben wollen – wie überall. Dann zeigen Sie mir doch bitte mal die ganzen journalistischen Angebote auf dem Markt, die alle so toll funktionieren – ich warte.

Offenbar ist eine sachliche Auseinandersetzung mit einem Text wie diesem nicht möglich. Dann machen Sie bitte alle so weiter und verlinken Sie Halbwahrheiten und Märchen, anstatt sie zu überprüfen, geben Behauptungen für Tatsachen aus, anstatt sie zu hinterfragen, ziehen gutes Deutsch, schlechtem vor, lehnen Richtigstellungen grundsätzlich ab und träumen weiter bis zum St. Nimmerleinstag. Armes Deutschland!

Und an diejenigen, die geschrieben haben: „Macht doch mal selber was Leute!“
Indem ich mich an dieser Diskussion beteilige tue ich sehr wohl etwas. Nur weil ich mich nicht mit Testimonials und Selbsternannten-Pseudo-Experten zusammensetze, um mal ein richtig tolles Manifest zu schreiben, heisst das nicht, dass wir alle den ganzen Tag nur rumsitzen und Löcher in den Himmel starren. Im Übrigen: Ich arbeite nicht im Journalismus und es ist mir ehrlich gesagt auch egal, womit Journalisten ihre Brötchen verdienen. Mich interessieren Geschäftsmodelle – ganz unabhängig davon – und welche Auswirkungen das Internet auf Menschen und Arbeit hat. Über meine Branche zerbricht sich schließlich auch kein Journalist den Kopf und trotzdem muss es weitergehen, müssen immer wieder bestehende Vorstellungen überprüft, revidiert und neue Ansätze gefunden werden. Wenn nötig auch im Disput, in Diskussionen mit Für- und Gegenargumenten. Aber nicht mit Polemik. Dieser Text ist für mich nicht das Lob wert das er bekommt. Er ist nicht schlecht, aber er ist auch nicht gut. Zudem vermisse ich eine offene Diskussionskultur, die auch konstruktive Kritik zulässt. Es ist in meinen Augen mal wieder ein substanzloser Hype, mehr nicht. Get some arguments plz.

Nachtrag 2:

1. Mir ist schleierhaft, warum dieser Text „Manifest“ genannt wird, wenn es nichts anderes als ein Thesenpapier ist. Natürlich: Manifest „verkauft“ sich besser bei den Massen als Thesenpapier. Es hat mehr Pathos, mehr Feuer. Danke. Nächste Frage.

2. Mir ist schleierhaft, warum dieser Text „Internet-Manifest“ genannt wird, wenn es nicht um das Internet im Allgemeinen, sondern um die Relation zwischen ‘Internet’ und ‘Journalismus’ geht. Wie wäre es stattdessen mit dem Titel „Journalismus 2.0/im 21. Jahrhundert – Ausgangslage/Status quo, Herausforderungen und Perspektiven“? Der jetzige Titel ist ohne Untertitel irreführend, denn man kann alles und nichts darunter verstehen.

3. Mir ist jeglicher Sinn und Zweck dieser Aktion schleierhaft. Nirgendwo erfährt man etwas darüber, warum, also aus welcher Intention heraus dies für wen verfasst wurde und mit welchem Ziel. Das Einzige mit dem man stets totgeschlagen wird, ist das Wort >>Diskussion. Bestandsaufnahme ja. Lösungen nein.

Ein „Diskussionsbeitrag zur Situation der Medien“ soll der Text sein. Nun, die letzten Jahre wurde reichlich und genügend über die Situation und auch über Wege aus der Krise von Zeitungen und Journalismus in Zeiten des Webs diskutiert. Wieso muss insbesondere die Situationsanalyse jetzt zum x-ten Mal wiedergekaut werden? Was ist das Neue, das dieser Text in die Diskussion miteinbringt, was man noch nicht weiss? Leider gar nichts, kalter Kaffee. Oder wussten Sie etwa noch nicht, dass „das Web [...] eine den Massenmedien des 20. Jahrhunderts überlegene Infrastruktur für den gesellschaftlichen Austausch dar[stellt]?“?

Wieso muss eine Gruppe von Internet-affinen Menschen die Hausaufgaben für eine gesamte Branche erledigen – abgesehen davon, dass einige der Autoren direkt betroffen sind? Wie wäre es, wenn sich die Damen und Herren der Verlage mal bei ein paar Treffen gemeinsam Gedanken über ihre berufliche und die Zukunft einer ganzen Branche machen, anstatt immer nur rumzujammern und anderen die Schuld für die Misere zu geben? Dazu bedarf es keines Manifests, tausend leeren Worten und endlosen Diskussionsbeiträgen, sondern dem Willen endlich mal etwas anzupacken, etwas zu tun, etwas auszuprobieren, selbst auf die Gefahr hin zu scheitern und sich der neuen Situation zu stellen respektive anzupassen. Diese Situation ist allen Beteiligten bestens bekannt. Solange das Internet als Bedrohung wahrgenommen wird, dem es irgendwie zu entkommen gilt, anstatt anzuerkennen, dass man überhaupt keine Wahl mehr hat außer „friss oder stirb“, wird sich nichts ändern. Die Natur gibt vor, dass Arten entweder aussterben oder sich erfolgreich anpassen; gleiches gilt für den Journalismus und das Internet.

Ergo: Eine Bestandsanalyse braucht niemand mehr, denn es ist bekannt, wie es um den Journalismus steht. Es gibt zu Hauf Blogposts, Bücher und ebenfalls gesellschaftliche Diskussionen ausserhalb des Internets. Was gebraucht wird, sind konkrete Lösungen inform von Geschäftsmodellen, möglicherweise ünternehmensübergreifend und die Einsicht von Verlagen, dass man das Internet nicht einfach wie eine Lampe ausknipsen kann, sondern MIT ihm leben muss.

4. Mir ist schleierhaft, warum man in diesem Schriftstück nichts über die Autoren erfährt. Neben einem simplen Link hätte man doch die Berufsbezeichnung der einzelnen Personen anfügen und die wichtigsten Fakten zu ihnen in Fußnoten anfügen können? Dann hätten die Leser immerhin gewusst, wer ihnen da etwas verklickern will. So muss ich mich als Leser von einem Blog, von einer Webseite und von einem Social Network Profil zum nächsten klicken, denn nicht jeder kennt Herrn Peter Schink – muss man auch nicht. Das ist nervig und ärgerlich zugleich.

5. Mir ist schleierhaft, warum dieser Text nur aus Behauptungen besteht, die nirgends argumentativ gestützt werden. Haben Sie das so gelernt? Es werden Behauptungen aufgestellt, die offenbar den Lebensgewohnheiten, der Meinung und dem Habitus der Verfasser entsprechen, die diese fälschlicherweise einfach auf die Allgemeinheit projizieren. Und das ohne jegliche Angabe von Quellen.
Beispiel: „Für die Mehrheit der Menschen in der westlichen Welt gehören Angebote wie Social Networks, Wikipedia oder Youtube zum Alltag. Sie sind so selbstverständlich wie Telefon oder Fernsehen.“ Das ist leider keine wissenschaftlich fundierte Aussage, insofern bleibt der Leser hier im Unklaren, ob er dieser Aussage trauen kann. Gleiches gilt für den Rest des Textes.
Es wird ein positives Bild vom Internet gemalt bei dem nur Eitelkeit und Sonnenschein, nicht aber auch die Schattenseiten beleuchtet werden. Zu einer echten Auseinandersetzungen zählen aber beide Seiten. Das Internet verbessert den Journalismus nicht in erster Linie, wie hier versucht wird zu suggerieren, sondern es verändert ihn, kappt damit alte Mechanismen und erzeugt neue. In diesem Fall stellt das Netz zu allererst einmal das „Problem“ für den Journalismus dar; ansonsten würde diese Diskussion nicht geführt werden. Alles andere ist Schönfärberei.
„Mit journalistischen Inhalten lässt sich im Internet Geld verdienen. Dafür gibt es bereits heute viele Beispiele.“ Ich warte immer noch auf diese Beispiele, aber keiner will sie mir nennen. Seltsam oder? „Andere journalistisch vertretbare Formen der Refinanzierung wollen entdeckt und erprobt werden.“ Wenn man sie erst entdecken muss, wieso wird dann indirekt zunächst geschrieben, es gäbe sie schon? Widersprüchlich. „Die Ansprüche der Nutzer sind gestiegen.“ Sind Sie das wirklich? Wer anspruchsvolles lesen will geht nicht ins Internet, sondern kauft sich ein gutes Buch oder liest eine Zeitung mit Tiefgang. Wirklich etwas ändern wird sich hier meiner Meinung nach erst, wenn Reader wie von ASUS (http://mashable.com/2009/09/07/dual-screen-e-reader/) die Masse erreicht haben.

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Diese Blogposts wurden inspiriert von:
http://www.internet-manifest.de/ (offizielle deutsche Seite des Internet-Manifests)

http://blog.handelsblatt.de/indiskretion/eintrag.php?id=2204 (Blogpost von Thomas Knüwer (Mitverfasser des Manifests) zur Onlinestellung desgleichen.

http://klardeutsch.blogger.de/stories/1481742/ (hier finden sich Argumente, die ich u.a. aufgegriffen habe)

Gute Auseinandersetzungen mit dem Manifest finden sich hier:

http://blog.maexotic.de/archives/172-Pappnasen-Manifest.html

http://klardeutsch.blogger.de/stories/1481742/

PS: Das Wiki, was extra für das Manifest eingerichtet werden sollte/wurde(?)  funktioniert übrigens nicht (mehr?).
„FEHLER – Der Text für „Internet Manifest“ (Unterschied zwischen Versionen: , 394) wurde nicht in der Datenbank gefunden.“

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